Hessischer Jugendring
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Kinder- und Jugendarmut als gesellschaftliche Herausforderung

Ein immer größerer Teil der Bevölkerung ist arm oder von Armut bedroht, wobei Kinder und Jugendliche weit häufiger und stärker betroffen sind als ältere Teile der Bevölkerung. Aus Sicht der Kinder- und Jugendverbände in Hessen besteht daher die Notwendigkeit umfangreicher sozial- und bildungspolitischer Veränderungen.

Nachdem die Situation armer und armutsgefährdeter Kinder- und Jugendlicher in Politik und Öffentlichkeit lange keine große Aufmerksamkeit erfuhr, wurde Kinder- und Jugendarmut in den letzten Jahren verstärkt thematisiert und von der Politik aufgegriffen. An der Lage der betroffenen hat dies bisher nur wenig  geändert. Das liegt nicht zuletzt an den komplexen Zusammenhängen, in denen Kinder- und Jugendarmut entsteht.


HJR-Positionspapier

Der Hessische Jugendring bezieht Stellung

In seinem Positionspapier zur Kinder- und Jugendarmut geht der Hessische Jugendring ausführlich auf die Ursachen, Risikofaktoren und gravierenden Auswirkungen der Armut junger Menschen ein und benennt seine Forderungen an die Bildungs- und Sozialpolitik. Die Kommunalpolitik spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Politik auf Landes- und auf Bundesebene.


DBJR-Beschluss

Kinder- und Jugendarmut als Problem ernst nehmen

In einem Beschluss seiner 84. Vollversammlung  hat der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) am 28./29. Oktober 2011 seine grundsätzliche Kritik am Bildungs- und Teilhabepaket erneuert und kritisiert neben der fragwürdigen Berechnung der Regelsätze gravierende Umsetzungsprobleme, die vor allem Träger und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe betreffen.
Kinder- und Jugendarmut, so der Beschluss, ist „Ausdruck einer wachsenden strukturellen Benachteiligung ganzer Bevölkerungsgruppen, die systematisch von einer gerechten Teilhabe am Wohlstand der deutschen Gesellschaft ausgeschlossen werden“ und „lässt sich nicht allein durch die Anstrengungen der betroffenen Familien und der Zivilgesellschaft bekämpfen“. Der DBJR verweist darüber hinaus auf die gravierenden Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen: „Armut bedeutet soziale Ausgrenzung, schlechte Bildungschancen, höheres Risiko von Gesundheitsproblemen und schlechte Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe. Für junge Menschen, die am Anfang ihres Lebensweges stehen, bedeutet Armut oft den Verlust der persönlichen Zukunftsperspektiven und des Vertrauens in die Gesellschaft, weil die Chancen auf Bildung, Beteiligung, berufliche Qualifizierung und schließlich Teilhabe am Erwerbsleben massiv eingeschränkt sind.“ (Pdf-Download rechts)