Hessischer Jugendring
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Jugendarbeit und Schule

Zu Beginn des Schuljahres 2012/13 ist bereits jede zweite Schule in Hessen eine Ganztagsschule (GTS) oder eine ganztägig arbeitende Schule (GTA). Mit diesem quantitativen Wachstum – so das politische Ziel des Hessischen Kultusministeriums – soll auch ein qualitativer Ausbau der Ganztagsbildung einhergehen. Ein Schritt dorthin war die Verabschiedung einer neuen Richtline für ganztägig arbeitende Schulen, die Ende 2011 die vorherige Richtlinie aus dem Jahr 2004 ablöste und u.a. einen Qualitätsrahmen umfasst, der hohe Maßstäbe setzt, die die Schulen des jeweiligen Profils nach einer gewissen Übergangsfrist erfüllen müssen. Die Richtlinie (Download unter Materialien) trifft auch konkrete Aussagen darüber, wie die Kooperation mit außerschulischen Bildungsträgern wie z.B. Jugendverbänden gestaltet sein muss.
Dass Jugendverbände mit ihren Angeboten Ganztagsschulen bereichern und einen wichtigen Beitrag zum qualitativen Ausbau der Ganztagsbildung leisten, belegen viele bestehende Angebote von verschiedenen Verbänden überall in Hessen. Dass das Potential aber bei weitem nicht ausgeschöpft ist, zeigen die Forderungen der Jugendverbände nach Unterstützung. Die überwiegend ehrenamtlichen Strukturen der Jugendverbände sind oft überfordert mit dem Aufwand, der mit dem Aufbau von Kooperationen verbunden ist. Hier müssen Strukturen aufgebaut werden, die Kooperationen erleichtern und Jugendverbänden einen besseren Zugang zu den Ganztagsschulen ermöglichen.

Ein Blick zurück…

Politische Rahmenvereinbarung

Schon 2005 haben das Hessische Kultusministerium, das Hessische Sozialministerium und der Hessische Jugendring eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit von Schulen und Jugendverbänden im Rahmen ganztägig arbeitender Schulen in Hessen geschlossen. Die Vereinbarung bietet einen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen den Schulen mit Ganztagsangeboten und den im Hessischen Jugendring kooperierenden Jugendverbänden. Die Kooperationspartner vor Ort - die jeweiligen Schulen und Jugendvereine - vereinbaren konkrete Angebote. Das Hessische Kultusministerium, das Hessische Sozialministerium und der Hessische Jugendring stellen hierfür einen Mustervertrag zur Verfügung.

"Mehr Raum für Bildung"

Im Jahr 2008 hat der Hessische Jugendring sein bildungspolitisches Positionspaper „Mehr Raum für Bildung“ verabschiedet, das u.a. mehr Kooperationen zwischen Schule und außerschulischen Bildungsträgern und die Entwicklung eines Systems der Ganztagsbildung mit allen im Sozialraum engagierten Bildungsträgern fordert.

Servicestelle "Kooperation konkret"

Zur modellhaften Konzeptionierung und Initiierung von Kooperationen zwischen Jugendverbänden und Schulen richtete der Hessische Jugendring im Landkreis Offenbach für eine Projektdauer von drei Jahren (2007 bis 2009) eine Servicestelle ein, die die Kooperationen zwischen den dortigen "Ganztagsschulen nach Maß" und außerschulischen Partnern aus der Jugendarbeit unterstützte und koordinierte. Träger der Stelle war der HJR in Kooperation mit dem Kreisjugendring Offenbach. Weitere Informationen enthält der Projektabschlussbericht (siehe Materialien).
Als Konzept für die zukünftige Zusammenarbeit von Jugendverbänden und Schule hat der Hessische Jugendring in der Folge das Trägermodell „Ganztagsbildung“ entwickelt (siehe Materialien), das auf den Erfahrungen aus dem Modellprojekt der Servicestelle „Kooperation konkret“ aufbaute, sich in den Verhandlungen mit der hessischen Landespolitik jedoch nicht durchsetzen konnte.

Der Blick nach vorn…

Kooperationen zwischen Schulen und Jugendverbänden – Auf der Suche nach einem Konzept

Da die Jugendverbände nach wie vor einen großen Bedarf sehen, die Ganztagsbildung mit ihren Angeboten außerschulischer Bildung zu bereichern, suchen der Hessische Jugendring und seine Verbände weiterhin nach praktikablen und erfolgversprechenden Strategien, Kooperationen mit Schulen zu vereinfachen und potentielle Partner auf beiden Seiten zu unterstützen.

Jugendverbände-AG „Jugendarbeit und Schule“

Im Oktober 2011 trat die neu gegründete AG „Jugendarbeit und Schule“ erstmals zusammen. Bei regelmäßigen Treffen erörtern die AG-Mitglieder die aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Perspektiven der Kooperationen zwischen Jugendverbänden und Ganztagsschulen. Interessierte Verbände sind aktiv beteiligt bei der Entwicklung eines neuen Konzepts der Ganztagskooperationen.

Im Austausch mit der Politik

Parallel zum Austausch zwischen den Jugendverbänden ist der Hessische Jugendring auch im Gespräch mit seinen politischen Partnern. In regelmäßigen Treffen erörtert der HJR zusammen mit Vertreter/innen aus dem Hessischen Sozialministerium, dem Hessischen Kultusministerium und der Serviceagentur „ganztägig lernen“ mögliche Wege die Rahmenbedingungen für Kooperationen zu verbessern. Besondere Berücksichtigung finden hierbei die Ergebnisse der laufenden Monitoring-Studie HeGS (Hessische Ganztagsschul-Studie) der Justus-Liebig-Universität Gießen, die vom Kultusministerium in Auftrag gegeben wurde, um den Ausbau der Ganztagsbildung in Hessen zu begleiten.