Hessischer Jugendring
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Kooperationen im Ganztag durch regionale Koordination fördern

Im Idealfall bietet Ganztagsschule vielfältige Zugänge zu Bildung an einem Ort. Die Schulpolitik fordert vor diesem Hintergrund die verstärkte Einbindung außerschulischer Partner, z.B. Jugendverbänden und Jugendgruppen. Denn Jugendverbände bieten non-formale Bildung auf hohem Niveau und ein breites Spektrum qualitativ hochwertiger Angebote mit thematischer und methodischer Vielfalt.

Ein Blick in die Praxis zeigt jedoch, dass gerade Jugendverbände nur in relativ geringem Umfang an der Ganztagsbildung partizipieren. Was fehlt, ist eine nachhaltige Unterstützung der Koordination ihrer Kooperationen.

Die AG "Jugendarbeit und Schule", die sich aus Haupt- und Ehrenamtlichen der verbandlichen Jugendarbeit in Hessen zusammensetzt, entwickelte 2012 konkrete Ansätze, wie eine solche Koordination gestaltet sein muss, um die Kooperationen zwischen Jugendverbänden und Schulen erfolgreich zu fördern.

Zentral ist hierbei die Erkenntnis, dass die Koordination vor Ort bzw. regional stattfinden muss, nämlich auf der Ebene, wo auch die Kooperationspartner – Jugendgruppen, Vereine und Schulen – verortet sind. Ein weiteres Ergebnis ist, dass es keine Patentlösung gibt, die in allen Städten und Landkreisen passt. Die Voraussetzungen vor Ort können sehr verschieden sein,  sodass es unerlässlich ist, dass die Beteiligten vor Ort gemeinsam nach Lösungen suchen.

Hieraus erwächst auch ein Auftrag an die Kommunalpolitik, die ebenso wie die Landesbildungspolitik dafür verantwortlich ist, die Ganztagsbildung ihrer jeweiligen Schulen adäquat zu unterstützen. (Mehr dazu in unserem Positionspapier "Ganztagsschule - ein drängendes Thema für Politik und Jugendgruppen vor Ort", Download in der rechten Spalte)

Erfolgsbedingungen und Aufgaben regionaler Koordination

Die Untersuchung von Praxisbeispielen der Koordinierung von Ganztagskooperationen führte die AG-Mitglieder zu einer Liste einiger Erfolgsbedingungen für die regionale Koordination:

  • Hauptamtlich: Eine erfolgreiche Koordinierung verlangt eine hauptamtliche Zuständigkeit und eine Geschäftsstelle, die tagsüber u.a. Absprachen mit Schulen treffen kann.
  • Dezentral: Die Koordinierung muss vor Ort (kommunal, regional) angesiedelt sein, sodass sie auf kurzem Weg erreichbar ist und eine intensive Betreuung der Kooperationen ermöglicht.
  • Verlässlich: Die Kooperationspartner brauchen eine/n feste/r Ansprechpartner/in.
  • Kostenneutral: Die Koordinierung muss für (potentielle) Kooperationspartner ein kostenloses Angebot sein.
  • Ehrenamtsfreundlich: Die Erreichbarkeit der Geschäftsstelle muss auch für Ehrenamtliche gewährleistet sein.
  • Jugendverbandsorientiert: Eine Koordinierungsstelle muss über Verständnis für Jugend(verbands)arbeit verfügen.

Aufgaben der regionalen Koordination könnten sein:

  • Vermittlung von Angeboten: Koordinierungsstellen bieten eine Maklerfunktion für Jugendverbände und Schulen. Angebot und Nachfrage werden gebündelt.
  • Abschluss bzw. Beratung bei Kooperationsvereinbarungen: Die Koordinierungsstelle berät Kooperationspartner bei der Aushandlung und dem Abschluss von Verträgen bzw. ist selbst Vertragspartner der Schulen.
  • Koordination der Kooperationen: Für Schulen und Jugendverbände leistet die Stelle die zentrale Koordinierungsarbeit: So können die Angebote an den Schulen besser aufeinander abgestimmt werden. Die Koordinierungsstelle könnte sogar die Koordination der Teamer/innen übernehmen, würde dann also nicht nur die Angebote der Kooperationspartner koordinieren sondern auch die personelle Planung übernehmen.
  • Werbung für Angebote der Kooperationspartner: Die Koordinierungsstelle wirbt für die Angebote der Jugendverbände und betreibt Öffentlichkeitsarbeit für non-formale Bildungsangebote an Schulen.
  • Qualifikation von Teamer/innen: Optional ist die Koordinierungsstelle auch für die Qualifikation der Teamer/innen zuständig oder bietet gemeinsame Fortbildungen für alle Kooperationspartner an.