Ganztagsschule in Hessen

Der bundesweite Ausbau von Ganztagsschulen wurde maßgeblich unter dem Einfluss der Ergebnisse der PISA-Studie forciert. Die zentrale Erkenntnis, dass die Bildungschancen in Deutschland in hohem Maße von der sozialen Herkunft abhängen, hat zu einem Umdenken und einer damit verbundenen hohen Akzeptanz gegenüber Ganztagsbildung geführt.
Das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ des Bundes förderte die Ganztagsschulentwicklung ab dem Jahr 2003 mit Finanzmitteln in Höhe von insgesamt vier Milliarden Euro im Bereich der Bau-, Umbau-, Renovierungs- und Ausstattungskosten und schaffte somit einen deutlichen Anreiz zum Ausbau in den einzelnen Ländern.
In etwa zeitgleich wurde der Ausbau der Ganztagsschulen in Hessen ab dem Schuljahr 2003/2004 forciert. Ende 2001 gab es hessenweit 132 Ganztagsschulen, zum Schuljahr 2008/2009 wird die Zahl auf 528 ganztägig arbeitende Schulen angestiegen sein. Bis zum Jahr 2015 soll es nach Aussagen des Kultusministeriums an allen 2000 hessischen Schulen ein freiwilliges Ganztagsangebot bis 17 Uhr geben.
In Hessen gibt es entsprechend der Richtlinie des Jahres 2004 gemäß drei Formen von Ganztagsschulen

  • Schulen mit pädagogischer Mittagsbetreuung
  • Schulen mit kooperativem Ganztagsangebot in offener Form
  • kooperative Ganztagsschulen in gebundener Form

Schulen mit pädagogischer Mittagsbetreuung bieten zusätzlich zum vormittäglichen
Pflichtunterricht an mindestens drei Wochentagen bis 14:30 Uhr Hausaufgabenbetreuung, Förderangebote und Wahlangebote aus dem Freizeitbereich an. Kooperative Schulen in offener Form bieten diese Angebote an fünf Tagen in der Woche bis 17 Uhr zusätzlich zum vormittäglichen Pflichtunterricht an. Kooperative Schulen in gebundener Form bieten an fünf Tagen pro Woche nachmittäglichen Pflichtunterricht sowie unterschiedliche Betreuungsmöglichkeiten 17.00 Uhr an.
Ziel der hessischen Landesregierung ist nicht die Ausweitung der verpflichtenden
Ganztagsschule sondern die Einführung einer „Ganztagsschule nach Maß“. Diese soll abgestimmt auf die regionalen Bedürfnisse sein und sieht den Ausbau der
Ganztagsschulen auf rein freiwilliger Basis vor. Einstieg in den Ganztag stellt somit einzig das Modell der pädagogischen Mittagsbetreuung dar.
Die Kooperation der Schule mit außerschulischen Partnern ist konstitutives Element des pädagogischen Konzepts: Die Schule soll so zum vernetzten Zentrum für Bildung und Kultur in der Kommune werden. Dieser neue Ansatz soll sowohl Schulen wie auch außerschulischen Partnern neue Chancen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit geben.