Hessischer Jugendring
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Geschlechtsspezifische Arbeit

Der Hessische Jugendring beschäftigt sich mit Geschlechtergerechtigkeit, Mädchen- und Frauenarbeit sowie Jungen- und Männerarbeit.

Geschlechtergerechtigkeit

In der Jugendverbandsarbeit und in der außerschulischen Jugendbildung spielt Geschlechtergerechtigkeit schon lange eine zentrale Rolle. Der Hessische Jugendring und die hessischen Jugendverbände engagieren sich in ihren eigenen Strukturen und auch gesellschaftlich gegen Geschlechterdiskriminierung. Auch wenn sich die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Vielfalt (z.B. Transsexualität und Intersexualität) und die Dekonstruktion der Geschlechter auch in der Jugendarbeit niederschlägt, bleibt Geschlechterdiskriminierung eine zentrale Herausforderung.

In den Konzepten und Satzungen der Jugendverbandsarbeit ist der Abbau von Geschlechterdiskriminierung als Ziel fest verankert trägt damit den Gedanken des achten Sozialgesetzbuches fort, Benachteiligungen von Mädchen und jungen Frauen abzubauen.

Dabei spielt auch der Ansatz des Gender Mainstreaming eine Rolle. Das bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen. Bei Gender Mainstreaming ist der Abbau von Geschlechterdiskriminierung keine einmalige Aufgabe, sondern ein offener und auf Dauer angelegter Prozess.

Mädchen- und Frauenarbeit

In vielen gesellschaftlichen Bereichen erleben Mädchen und junge Frauen nach wie vor die Orientierung an männlichen Werten und Maßstäben und die Ausgrenzung ihrer Interessen bis hin zu Diskriminierungen. Der Hessische Jugendring und die Jugendverbände setzen sich deshalb dafür ein, dass die Angebote und Programme der Jugendhilfe Mädchen und junge Frauen verstärkt in den Blick nehmen. Die geschlechtsspezifische Pädagogik kann hier ein Ansatz sein, Mädchen und jungen Frauen Freiräume und Teilhabe zu sichern.

Darüber hinaus besteht die Herausforderung, auch in den Funktionen und Gremien der Jugendverbände die Teilhabe von Mädchen und Frauen zu stärken. Dies geschieht durch strukturelle Regelungen, aber auch durch gezielte Konzepte. In vielen Jugendverbänden arbeiten Mädchen-, Frauen- oder auch Gender-Arbeitskreise an diesen Themen.
 
Jungen- und Männerarbeit

Jungenarbeit ist die geschlechtsbezogene pädagogische Arbeit mit Jungen oder jungen Männern. Jungenarbeit setzt an den Problemen an, die Jungen machen und die Jungen haben. Jungenarbeit ist wichtig, weil wir parallel zur fortlaufend sich verändernden gesellschaftlichen Situation auch Veränderungen in den Männlichkeitsbildern und Geschlechterverhältnissen brauchen. Deshalb gilt es Räume zu schaffen, in denen Jungen sich ausprobieren können.

Die Jungenarbeit beschäftigt sich in ihren Schwerpunkten mit Themen, die sowohl existenzielle wie auch weniger bedeutende Probleme von Jungen bearbeiten. Dazu werden u.a. Themen wie Berufs- und Lebensplanung, Körper und Sexualität, Männlichkeitsbilder und Kultur, Leistungsdruck, Dominanz- und Gewaltverhalten, Opfererfahrungen, Homophobie behandelt.

Der Hessische Jugendring arbeitet in der Fachgruppe „Hessische Jungenarbeit“ mit, die jährlich den Fachtag zur Jungenarbeit in Hessen durchführt. Der Fachtag fördert den Erfahrungsaustausch von pädagogisch Aktiven und ermöglicht die Weiterentwicklung inhaltlicher und methodischer Fragen in diesem Themenfeld.