Hessischer Jugendring
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Zusammenleben in einer Einwanderungsgesellschaft

Globalisierung und Migration (aus verschiedensten Gründen) sind eine Realität der Gegenwart und prägen unsere Gesellschaft. Hessen gehört zu den Bundesländern, in denen ein besonders hoher Anteil der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweist. Kulturelle, religiöse und sprachliche Vielfalt ist bereits Alltag in Hessen, ganz besonders in der jungen Bevölkerung. Die interkulturelle Öffnung unserer Gesellschaft ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess mit dem Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen.

Interkulturelle Öffnung der Jugendverbandsarbeit

Jugendverbandsarbeit ist nach ihrem Selbstverständnis offen für alle Kinder und Jugendlichen. Ihre Grundprinzipien der Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Selbstbestimmung geben den idealen Rahmen für gemeinsames Engagement. In einer Einwanderungsgesellschaft sind die Jugendarbeit und die außerschulische Jugendbildung somit wichtige Orte, um soziale und demokratische Kompetenzen zu erwerben und ein selbstbestimmtes Aufwachsen zu fördern.

Die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jugendverbände fördern und begleiten diesen Prozess durch eine Stärkung der Partizipation in ihren Strukturen. Denn die Inklusion junger Menschen mit Migrationshintergrund ist für die Jugendverbandsarbeit nicht zuletzt ein wichtiger Aspekt ihrer eigenen stetigen Weiterentwicklung: Kulturelle Vielfalt bringt neue Anregungen und birgt damit ein großes Innovationspotential.

Durch das Projekt zusammen[ ]wachsen, das von 2012 bis 2014 durchgeführt und im Rahmen des Aktionsprogramm „Stärkung und Teilhabe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ vom Land Hessen gefördert wurde, wurden Impulse für eine interkulturelle Jugendverbandsarbeit angeregt. 

Coachingprojekt für MJSO

In den vergangenen Jahren ist eine Vielzahl neuer Jugendorganisationen entstanden: Vereine und Verbände jugendlicher Migrant_innen, so genannte Migrantenjugendselbstorganisationen (MJSO) oder Vereine junger Migrant_innen (VJM), darunter:

• Bund der Alevitischen Jugendlichen (BDAJ) - seit 2013 Mitgliedsverband im hjr
• DIDF-Jugend (LV Hessen gegründet 2014)
• DITIB-Landesjugendverband (LV Hessen gegründet 2013)
• Muslimische Jugend in Deutschland (MJD)
• Bund Moslemischer Pfadfinder und Pfadfinderinnen in Deutschland (BMPPD)

Der Hessische Jugendring unterstützt diese Verbände in ihrer Aufbauarbeit nachhaltig - durch individuelle Beratung in grundlegenden Fragen der Jugendverbandsarbeit oder durch bedarfsorientierte Qualifikationsmaßnahmen und Kooperationen.

Projekt "vielfältig, engagiert & qualifiziert"

Mit einer zehnteiligen Fortbildungsreihe für Vorstände (Juni 2015 – September 2016) wurden das kontinuierliche Coaching und die Vernetzung mit MJSO fortgeführt. Die Fortbildungsreihe, die in Zusammenarbeit mit den MJSO konzipiert wurde, wurde im Rahmen des Programms "Engagement braucht Leadership – Erfolgreiche Vereinsvorstände in Hessen" der Robert Bosch Stiftung und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA) Hessen in Kooperation mit der LandesEhrenamtsagentur Hessen gefördert. Mehr Informationen finden Interessierte in der rechten Spalte.

Runder Tisch IKÖ

Mit der Einführung des Runden Tisches im April 2017 wird ein regelmäßiges Forum zum Austausch und zur Vernetzung von und für MJSO angeboten. Bei den Arbeitstreffen werden Projekte der beteiligten Jugendverbände vorgestellt und aktuelle Fragestellungen behandelt. Weitere Auskünfte zur Zusammensetzung der Arbeitsgruppe finden sich in der rechten Informationsspalte.