Hessischer Jugendring
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Zusammenleben in einer Einwanderungsgesellschaft

Globalisierung und Migration (aus verschiedensten Gründen) sind eine Realität der Gegenwart und prägen unsere Gesellschaft. Hessen gehört zu den Bundesländern, in denen ein besonders hoher Anteil der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweist. Kulturelle, religiöse und sprachliche Vielfalt ist bereits Alltag in Hessen, ganz besonders in der jungen Bevölkerung. Die Interkulturelle Öffnung unserer Gesellschaft ist jedoch nicht abgeschlossen. Je nachdem, wo man hinschaut, ist sie entweder bereits gelebte Realtität oder ein noch anhaltender Prozess. Ziel sollte die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben sein. Auch die Jugendarbeit und die Jugendverbandsarbeit stehen in diesem Kontext vor großen Herausforderungen.

Interkulturelle Öffnung der Jugendverbandsarbeit

Jugendverbandsarbeit ist in ihrem Selbstverständnis offen für alle Kinder und Jugendlichen. Ihre Grundprinzipien der Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Selbstbestimmung geben den idealen Rahmen für gemeinsames Engagement. In einer Einwanderungsgesellschaft sind die Jugendarbeit und die außerschulische Jugendbildung somit wichtige Orte, um soziale und demokratische Kompetenzen zu erwerben und ein selbstbestimmtes Aufwachsen zu fördern.

Die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Doch Jugendverbände können und wollen diesen Prozess durch eine Stärkung der Partizipation in ihren Strukturen begleiten und fördern. Denn die Inklusion junger Menschen mit Migrationshintergrund ist für die Jugendverbandsarbeit nicht zuletzt ein wichtiger Aspekt ihrer eigenen stetigen Weiterentwicklung: Kulturelle Vielfalt bringt neue Anregungen und birgt damit ein großes Innovationspotential.

Doch Interkulturelle Öffnung der Jugendverbandsarbeit umfasst auch die Förderung von Migrantenjugendselbstorganisationen.

Coachingprojekt für MJSO "vielfältig, engagiert & qualifiziert"

In den vergangenen Jahren ist eine Vielzahl neuer Jugendorganisationen entstanden: Vereine und Verbände jugendlicher Migrant/innen, so genannte Migrantenjugendselbstorganisationen (MJSO), darunter:

  • Bund der Alevitischen Jugendlichen (BDAJ) - seit 2013 Mitgliedsverband im hjr
  • DIDF-Jugend (LV Hessen gegründet 2014)
  • DITIB-Landesjugendverband (LV Hessen gegründet 2013)
  • Muslimische Jugend in Deutschland (MJD)
  • Bund Moslemischer Pfadfinder und Pfadfinderinnen in Deutschland (BMPPD)
  • Young Voice - TG Hessen

Der Hessische Jugendring unterstützt diese Verbände in ihrer Aufbauarbeit nachhaltig - durch individuelle Beratung in grundlegenden Fragen der Jugendverbandsarbeit, durch bedarfsorientierte Qualifikationsmaßnahmen und Kooperationen. Aktuell läuft das Projekt "vielfältig, engagiert & qualifiziert" mit einer neunteiligen Fortbildungsreihe für Vorstände (Juni 2015 - Juni 2016). Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Programms "Engagement braucht Leadership – Erfolgreiche Vereinsvorstände in Hessen" der Robert Bosch Stiftung und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA) Hessen in Kooperation mit der LandesEhrenamtsagentur Hessen. Mehr Informationen finden Interessierte in der rechten Spalte.