Hessischer Jugendring
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Jugendpolitik vor Ort

Die jugendpolitische Interessenvertretung auf kommunaler Ebene ist für Jugendverbände wie für Stadt- und Kreisjugendringe ein dauerhaftes Thema. Wie bedeutsam jugendpolitisches Engagement vor Ort für die Jugendverbandsarbeit ist, offenbaren aktuelle Entwicklungen.

Finanzielle Kürzungen bieten Anlass zur Sorge

Hier nur ein Beispiel für die Brisanz des Themas: Zum Jahreswechsel  2010/2011 wendeten sich Jugendverbände aus einem hessischen Landkreis mit einem Hilferuf an den Hessischen Jugendring: Der Landkreistag hatte die Fördermittel für das laufende Jahr komplett gestrichen und im selben Atemzug die Förderung für das Jahr 2010 nachträglich aufgehoben – eine politische Entscheidung, die die dortigen Jugendverbände vor akute finanzielle Probleme stellte. Nach zahlreichen Gesprächen der Verbände und des Hessischen Jugendrings mit den kommunalen Entscheidungsträgern und dem Jugendamt zeigte sich, dass hinter der Entscheidung das Landkreistages ein Trugschluss stand, der erst nach langwieriger Überzeugungsarbeit und einem Gutachten der Rechtsabteilung des Landkreises überwunden werden konnte: Die Förderung von Jugendverbänden, wie sie im SGB VIII § 12 als gesetzliche Verpflichtung festgeschrieben ist, wurde als freiwillge Leistung der Kommunen missverstanden. 

Leider ist dieser Irrtum kein Einzelfall. Deutlich wurde in diesem Kontext auch, dass viele Ehrenamtliche vor Ort die gesetzlichen Bestimmungen zur finanziellen Förderung selbst nicht genau kennen und daher in solchen Situationen verunsichert reagieren. In Kombination mit der Fehleinschätzung einiger Kommunen stellt dies eine potentielle Gefahr für die finanzielle Förderung der Jugendverbände dar.

Jugendverbandsinteressen vertreten sich nicht von allein

Einige Kreis- und Stadtjugendringe beklagen einen kontinuierlichen Rückgang des jugendpolitischen Engagements seitens ihrer Mitgliedsorganisationen. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, und es wäre zu kurz gegriffen, den Ehrenamtlichen aus den Jugendverbänden einfach mangelndes Interesse vorzuwerfen. Dennoch ist diese Entwicklung angesichts drohender Einsparungen in manchen Kommunen sehr problematisch. Ernüchternd ist auch die Einsicht, dass manchen jugendpolitischen Vertreter/innen aus Jugendverbänden schlichtweg das nötige Knowhow fehlt, ihre Interessen wirkungsvoll zu repräsentieren und durchzusetzen. 

Jugendpolitisches Engagement braucht Motivation, Qualifikation und gegenseitige Unterstützung

Wer diesen Entwicklungen in Gänze begegnen will, steht vor mehreren Herausforderungen: Es gilt, mehr Ehrenamtliche als bisher zum jugendpolitischen Engagement zu motivieren, interessierte Ehrenamtliche in relevanten Fragen der Jugendpolitik zu informieren und qualifizieren und engagierte Akteure aus Jugendverbänden und Stadt- und Kreisjugendringen stärker als bisher zu vernetzen, um den Austausch untereinander und die gegenseitige Hilfestellung zu fördern.

Der Hessische Jugendring will diese Herausforderung im Rahmen des neuen Arbeitsschwerpunktes „Jugendpolitik vor Ort“ annehmen. 

  • Eine neue Flyer-Reihe bietet in knapper Form zentrale Informationen zu jugendpolitischen Institutionen und Themenfeldern. Die Flyer stehen als Download zur Verfügung und können unter Publikationen kostenlos bestellt werden.
  • Auf der Website stehen thematisch gebündelt fundierte Informationen, Argumentationshilfen und weiterführende Links zur Verfügung.
     
  • In Zukunft bietet der Hessische Jugendring regelmäßig Fachtage zu jugendpolitischen Themenkomplexen an, die sich vor allem an ehrenamtlich Engagierte auf kommunaler Ebene richten. Mehr dazu unter Veranstaltungen.
  • Parallel werden zukünftig jährliche Vernetzungstreffen zwischen den Stadt- und Kreisjugendringen stattfinden, die den Rahmen für gegenseitigen Austausch und Hilfestellung geben. Hier können gemeinsame Herausforderungen und Problemlösungsstrategien diskutiert werden.