Hessischer Jugendring
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Fragen von Mitgliedsverbänden

Viele Regelungen und Auflagen für die Jugendarbeit lassen sich aus den geltenden Verordnungen rauslesen. Ergänzend helfen noch Auslegungen und Konkretisierungen, die zwischen dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) und dem Hessischen Jugendring abgestimmt werden. Darüber hinaus sammeln wir hier häufig gestellte Fragen der Jugendverbände zusammen, die uns erreicht haben.

Inhalt

A Veranstaltungsformate & Online-Veranstaltungen

B Hygienekonzepte, Masken & Abstände

C Tests und Zugangsmodelle (2G/3G)

D Finanzen & Freistellungen

 


 

A Veranstaltungsformate & Online-Veranstaltungen

 

1. Wie werden Teilnahmelisten für digitale Veranstaltungen geführt und wer muss sie unterschreiben?
(Stand 18. Mai 2020)

Für die Außerschulische Jugendbildung und die Allgemeine Jugendarbeit müssen unterschriebene Teilnahmelisten geführt werden, wenn Veranstaltungen hierüber abgerechnet werden. Bei digitalen Veranstaltungen können die Teilnehmenden nicht selbst unterschreiben. Diese Listen sind aber trotzdem zu erstellen und müssen von der Seminar-/Veranstaltungsleitung unterschrieben werden.


2. Wir führen unsere Juleica-Ausbildung mit Übernachtung und Verpflegung über mehrere Tage durch. Kann diese Maßnahme mit Übernachtung als Bildungsangebot nach § 15 durchgeführt werden?
(Stand 5. Dezember 2021)

Juleica-Schulungen in unterrichtsähnlicher Situation mit Übernachtungen sind derzeit nach § 15 möglich, wenn sie in Bildungseinrichtungen/Tagungszentren ohne weiteren öffentlichen Betrieb stattfinden. Diese Schulungen dürfen nur mit einem klaren Bildungsinhalt und wenig körperlicher Interaktion stattfinden. Schulungen mit Freizeitcharakter sind nach § 15 nicht möglich.

Alternativ sind solche Angebote (auch mit Freizeitcharakter) auch als Gruppenangebote (50 Personen) mit Übernachtung (Zeltlager und Freizeiten) nach § 16 Abs. 3 und § 23 möglich.


3. Wie sind Abschlussfeste mit Eltern am Ende einer Freizeit oder der Ferienspiele (z. B. mit Zirkusvorstellung der Kinder) zu bewerten?
(Stand: 17. Dezember 2021)

Kommen Eltern oder Dritte hinzu, können sie nicht Teil eines Gruppenangebots der Jugendarbeit werden. Die gemeinsame Abschlussveranstaltung/Abschlussfest ist als Veranstaltung nach § 16. Abs. 1 durchzuführen. Bei Indoor-Veranstaltungen gilt eine 2G-Pflicht und Maskenpflicht, ab 100 Personen gilt 2Gplus. Bei regionalen Inzidenzen über 350 gilt hier grundsätzlich 2Gplus. Bei Outdoor-Veranstaltungen gilt die 2G-Pflicht ab 100 Personen. Bei regionalen Inzidenzen über 350 gilt hier grundsätzlich 2G.


4. Wir sind mehr als 50 Personen. Wie können wir unser Zeltlager durchführen?
(Stand: 5. Dezember 2021)

Die Verordnung legt die Obergrenze für einzelne Maßnahmen der Jugendarbeit mit einem geschlossenen Personenkreis fest; damit wird im Falle einer Infektion auch die Kontaktnachverfolgung sichergestellt. Es ist jedoch möglich parallel auch mehrere, voneinander getrennte Maßnahmen umzusetzen. Bei Freizeiten oder Zeltlagern ist es somit zulässig, mehrere 50er-Gruppen auf dem gleichen Gelände unterzubringen, wenn ausreichender Abstand zwischen den Gruppen hergestellt werden kann. So können zum Beispiel Jugendverbände ihr Zeltlager für 100 Personen in zwei eigenständige Zeltlager teilen. Es bietet sich an nach Alter oder regionaler Herkunft Gruppen zu bilden. Diese Gruppen können gleichzeitig und am gleichen Ort ihr Zeltlager bzw. ihre Freizeit durchführen, müssen dann aber Abstände zueinander wahren (vergleichbar zu den Abständen der 10er-Gruppen im Sommer 2020). Es bietet sich an, die verschiedenen Freizeiten/Zeltlager z.B. durch farbige Armbändchen (Einlassbändchen/Festivalbändchen) zu unterscheiden.


5. Können Indoor-Veranstaltungen, bei denen getanzt wird, nach § 16 durchgeführt werden?
(Stand: 17. Dezember 2021)

Ja, das ist möglich. Veranstaltungen bei denen getanzt wird, können nach den Regelungen des § 16 durchgeführt werden. Findet eine solche Indoor-Veranstaltung nach § 16 Abs. 1 statt, ist der Zugang nur mit dem 2G-Zugangsmodell zulässig – ab 100 Personen mit 2Gplus. Es ist keine Kontakterfassung notwendig.Bei Inzidenzen über 350 treten zusätzliche regionale Schutzmaßnahmen in Kraft. Alternativ kann eine solche Veranstaltung als Angebot der Jugendarbeit mit 50 Personen nach § 16 Abs. 3 stattfinden. Es ist keine Kontakterfassung notwendig.


 

B Hygienekonzepte, Masken & Abstände

 

1. Müssen bei Indoor-Gruppenstunden Masken (Mund-Nasen-Bedeckung) getragen werden?
(Stand 5. Dezember 2021)

Die Durchführung von Gruppenstunden in Gebäuden sind nach den Regeln der Coronavirus-Schutzverordnung zulässig. Nach § 2 Abs. 1 Nr. 16 ist bei Angeboten in geschlossenen Räumen eine medizinische Maske zu tragen.


2. Müssen bei Outdoor-Gruppenstunden Masken (Mund-Nasen-Bedeckung) getragen werden?
(Stand 5. Dezember 2021)

Die Durchführung von Outdoor-Gruppenstunden und Outdoor-Angeboten der Jugendarbeit im öffentlichen und im nicht-öffentlichen Raum sind nach den Regeln der Coronavirus-Schutzverordnung ohne Masken zulässig. Das Tragen von Masken ist aber in geschlossenen Räumen, in Fahrzeugen und in Bahnhöfen vorgeschrieben.


3. Ist die Unterbringung von Kindern oder Jugendlichen in Zelten oder Zimmern zulässig, wenn dabei der Abstand von 1,5 Meter nicht gewahrt wird?
(Stand 5. Dezember 2021)

Die Durchführung von Angeboten der Jugendarbeit mit Übernachtungen ist zulässig (Coronavirus-Schutzverordnung § 23). Dort dürfen Kinder und Jugendliche zusammen untergebracht werden, die einer getesteten 50er-Gruppe angehören. Dabei sind keine Abstände zu wahren.


4. Können für Gruppenausflüge oder Freizeiten Kleinbusse oder Reisebusse genutzt/gemietet werden?
(Stand 5. Dezember 2021)

Ja, das ist grundsätzlich in 50er-Gruppen möglich. Kinder- und Jugendgruppen der Jugendarbeit dürfen sich im öffentlichen und im nicht-öffentlichen Raum bewegen. Hierzu können auch Fahrzeuge genutzt werden. In Fahrzeugen gilt derzeit grundsätzlich eine Maskenpflicht.


5. Bei einigen Veranstaltungen oder Maßnahmen sind Hygienekonzepte vorgeschrieben. Muss ein Hygienekonzept vor einer Veranstaltung an das zuständige Gesundheitsamt geschickt und genehmigt werden?
(Stand 5. Dezember 2021)

Bei Veranstaltungen (§ 16) und bei Angeboten mit Übernachtungen (§ 23) sind Abstands- und Hygienekonzepte notwendig. Diese Konzepte müssen den Gesundheitsämtern vorher nicht vorgelegt oder von diesen nicht genehmigt werden.


6. Darf in Gruppen der Jugendarbeit etwas gegessen und getrunken werden?
(Stand 5. Dezember 2021)

Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in Gruppen nach § 16 Abs. 3 sind zulässig. In solchen Gruppen (50er-Personen) dürfen auch Getränke und Speisen verzehrt werden.


7. Gelten Zelte als geschlossene Räume und müssen hier nach § 2 Abs. 1 Ziffer 16 und 10 Masken getragen werden?
(Stand 5. Dezember 2021)

Zelte gelten als geschlossene Räume, wenn die Seitenwände nicht hochgerollt sind. Hier gilt eine Maskenpflicht (medizinische Maske). Zelte sind ansonsten geschlossenen Räumen gleichzusetzen, da eine hinreichende Belüftung nicht zwingend gegeben ist.


8. Was sind bei Freizeiten „innenliegende Publikumsbereiche“ nach § 2 Abs. 1 Ziffer 10? Gilt eine Maskenpflicht in Bereichen mit Publikumsverkehr, wenn nur eine Gruppe im Haus ist?
(Stand 5. Dezember 2021)

Publikumsbereiche meint Bereiche, die nicht ausschließlich von einer festen Gruppe genutzt werden. Insofern können Flure und Toiletten, je nach räumlichen Gegebenheiten, Bereiche mit und ohne Publikumsverkehr sein. In dem Hygienekonzept vor Ort ist die Ausgestaltung entsprechend zu regeln. Nutzt nur eine Gruppe das Gebäude besteht trotzdem weiterhin Maskenpflicht.


9. Können Zirkus-Workshops mit Kindern und Jugendlichen als Sportangebote der Jugendarbeit nach § 20 der Coronavirus-Schutzverordnung auch indoor ohne Masken durchgeführt werden?
(Stand: 22. Juli 2021)

Grundsätzlich sieht die derzeit gültige Corona-Schutzverordnung vor, dass auch Sportangebote im Rahmen der Jugendarbeit in Sportstätten entsprechend den Regelungen des § 20 umgesetzt werden können. In der Verordnung und den Auslegungshinweisen wird keine Festlegung auf bestimmte Sportarten vorgenommen. Zirkus-Angebote können dem Bereich der Akrobatik und Artistik zugeordnet werden; zudem sprechen die Bewegungsorientierung und der Trainingscharakter für ein Sportangebot. Die entsprechende Zuordnung wäre jedoch vor Ort durch den Veranstalter und bei Bedarf in Abstimmung mit den örtlich zuständigen Behörden zu treffen.


 

C Tests und Zugangsmodelle (2G/3G)

 

1. Reicht es bei Freizeiten (§ 23), wenn Eltern zur Abfahrt gegenüber der Freizeitleitung schriftlich bestätigen, dass ein negativer Selbsttest durchgeführt wurde?
(Stand: 5. Dezember 2021)

Nein, laut § 2 Nr. 7 der COVID-19-Schutzmaßnahmen Ausnahmenverordnung ist festgelegt, dass der Test entweder im Testzentrum, im Rahmen einer betrieblichen Testung oder als Testung vor Ort unter Aufsicht desjenigen, der verpflichtet ist, durchgeführt werden muss. Für Schüler_innen ist ein Nachweis über das Testheft möglich.


3. Müssen Genesene mit Nachweis oder vollständig Geimpfte auch Tests vorlegen?
(Stand: 5. Dezember 2021)

Beim 3G-Zugangsmodell muss ein Nachweis über Impfung, Genesung oder Testung vorgelegt werden.

Beim 2G-Zugangsmodell sind Tests nur für Minderjährige und nicht impfbare Erwachsene vorgesehen. Alle anderen müssen eine Impfung oder Genesung nachweisen.

Beim 2Gplus-Zugangsmodell brauchen Genesene und Geimpfte zusätzlich tagesaktuelle Schnelltestnachweise.


4. Können Jugendverbände/Jugendangebote das schulische Testheft als Negativnachweis (auch wenn älter als 24h) anerkennen, so dass von den Kindern und Jugendlichen keine weiteren Test für ein solches Angebot benötigt wird?
(Stand: 24. September 2021)

Ja, das ist möglich. Eine festgelegte zeitliche Geltungsdauer des einzelnen (negativen) schulischen Tests gibt es nicht. Es genügt die regelmäßige Aktualisierung des Testheftes im Rahmen der Teilnahme am verbindlichen schulischen Schutzkonzept. Das Testheft gilt auch in den Ferien als Negativnachweis: Die regelmäßige Dokumentation der Schülertests im Testheft gilt auch als Nega­tivnachweis in der Freizeit, bspw. im Kino oder Restaurant. Das Testheft bleibt auch bei Fehlzeiten oder in den Ferien gültig.


5. Können Angebote der Jugendarbeit mit 2G-Zugangsmodell umgesetzt werden, wenn ausschließlich getestete Minderjährige und geimpfte/genesene Betreuer_innen teilnehmen?
(Stand: 5. Dezember 2021)

Das 2G-Zugangsmodell ohne Masken und Abstände ist nicht mehr in Kraft. Es gilt daher immer die Maskenpflicht.


6. Wie funktioniert das 2G-Zugangsmodell bei Angeboten mit Übernachtungen?
(Stand: 5. Dezember 2021)

Das 2G-Zugangsmodell ohne Masken und Abstände ist nicht mehr in Kraft.


7. Können auch schulische Testungen (mit Testheften) aus anderen Bundesländern als Negativnachweis akzeptiert werden?
(Stand: 11. Oktober 2021)

Ja, das ist möglich. Nach § 3 kann ein Negativnachweis durch den Nachweis der Teilnahme an einer regelmäßigen Testung im Rahmen eines verbindlichen Schutzkonzepts für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende an Schulen und sonstigen Ausbildungseinrichtungen erfolgen (beispielsweise ein Testheft für Schülerinnen und Schüler mit Eintragungen der Schule oder der Lehrkräfte). Diese Nachweise in Form von schulischen Testheften können auch aus anderen Bundesländern kommen.


8. Welche Negativnachweise sind beim 3G-Zugangsmodell für Angebote der Jugendarbeit zulässig?
(Stand: 6. Dezember 2021)

Neben den Nachweisen über Impfung oder Genesung sind auch Nachweise über tagesaktuelle Tests zulässig. Es sind Schnelltests (max. 24 Stunden alt) und PCR-Tests (max. 48 Stunden alt) zulässig. Neben den dokumentierten Schnelltests (Testzentrum-Zertifikat oder schulisches Testheft) sind auch Selbsttests zulässig, wenn diese vor Ort unter Aufsicht der Jugendleiter_innen stattfinden.


 

D Finanzen & Freistellungen

 

1. Unsere Ferienfreizeit musste abgesagt werden. Wir bieten stattdessen Ferienspiele an. Bleiben die für die Ferienfreizeit beantragten Freistellungen weiterhin gültig?
(Stand 27. Mai 2020)

Die bereits erteilte Freistellung ist weiterhin gültig, solange sich der Zeitraum nicht verändert und die neu konzipierte Maßnahme ebenfalls unter den Anwendungsbereich des §42 HKJGB fällt. Ein Neuantrag muss nicht gestellt werden.


2. Gibt es eine finanzielle Förderung von Stornokosten für ausgefallene Veranstaltungen der Jugendarbeit oder Jugendbildung (z. B. für Raummieten)?
(Stand 22. Juni 2020)

Eine gesonderte Förderung existiert nicht. Der Hessische Jugendring erstattet keine Stornokosten. Für die Mitgliedsorganisationen des Hessischen Jugendrings sind solche Kosten im Rahmen der Zuwendungen im Bereich der „Allgemeine Jugendarbeit“ oder der „Außerschulische Jugendbildung“ förderfähig. Die gilt allerdings nur, wenn man aus diesen Bereichen bereits gefördert wird. Weitere Infos hierzu finden sich im Infobereich „Hinweise zum Thema Finanzierung“.


3. Ist eine Freistellung nach dem HKJGB auch für digitale Freizeiten oder Zeltlager möglich?
(Stand 23. Juni 2020)

Die Durchführung eines digitalen Zeltlagers fällt nicht unter den Anwendungsbereich des HKJGB, weil eine tatsächliche Betreuung digital nicht möglich ist. Insofern kann für solche Maßnahmen keine Freistellung gewährt werden. Es ist allerdings durchaus möglich, eine Freistellung für Vorbereitungsseminare zu solchen Maßnahmen zu beantragen.


4. Ist eine Freistellung für den Besuch von und die Mitwirkung an digitalen Tagungen, Lehrgängen, Seminaren und Fortbildungen der Jugendverbände, der öffentlichen Jugendpflege und -bildung sowie im Rahmen des Jugendsports möglich?
(Stand 3. November 2020)

Eine Freistellung kann für diese Fälle gewährt werden. Eine Freistellung kann nicht erfolgen, wenn im Rahmen der Maßnahme Kinder und Jugendliche betreut werden sollen (z.B. das digitale Zeltlager), da die Betreuung und Aufsicht digital nicht gewährleistet werden kann.