Von November 2026 bis April 2027 führt der Hessische Jugendring eine siebenteilige Veranstaltungsreihe zu Jugend(verbands)arbeit, gesellschaftlichem Rechtsruck und Rechtsextremismus durch. Zum Flyer der Veranstaltungsreihe.
Die Welt war auch gestern nicht in Ordnung. Ganz im Gegenteil: Menschenfeindliche und antidemokratische Einstellungen, Handlungen und Diskurse weisen eine traurige Kontinuität auf.
Zugleich hat sich mit Blick auf die Herausforderungen, mit denen sich die demokratische Zivilgesellschaft konfrontiert sieht, in den vergangenen Jahren Grundlegendes verändert und zugespitzt. Diskurse und Narrative der extremen Rechten verfangen zunehmend und wirken sich auf vielfältige Weise aus.
Auf gesellschaftlicher und politischer Ebene werden die Legitimität und Förderungswürdigkeit (bestimmter) zivilgesellschaftlicher Akteure infrage gestellt. Organisationen, die sich für Menschenrechte, Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt einsetzen, werden aufgrund dieses Engagements eingeschüchtert, angefeindet und angegriffen. Dabei geraten sogar Institutionen ins Visier, die gesetzliche Aufgaben im Bereich der Jugendarbeit, der politischen Bildung und der Jugendinteressenvertretung wahrnehmen. Bei Fachkräften und Engagierten tragen diese Entwicklungen nicht nur zu Verunsicherung bei, sondern bedeuten auch einen erheblichen Mehraufwand und Belastungen für die ohnehin knappen personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen.
All diese Entwicklungen sind auch in den Strukturen der Jugend(verbands)arbeit und der außerschulischen politischen Bildungsarbeit bereits erheblich und zunehmend zu spüren. Besonders zu beachten ist hierbei, dass jugend-verbandliche Strukturen in weiten Teilen ehrenamtlich organisiert sind und schnell empfindlich geschwächt werden könnten.
Mit der Veranstaltungsreihe „Gestern schien die Welt noch in Ordnung?“ möchte der Hessische Jugendring haupt- und ehrenamtliche Multiplikator_innen in der Jugend(verbands)arbeit daher durch fachliche Impulse und Analysen sowie praxisnahe Handlungsempfehlungen unterstützen. Zudem soll die Reihe Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Strategien bieten und dadurch die Solidarität in den Strukturen der Jugend(verbands)arbeit stärken.
Die Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen erfolgt separat.
Termine
4. November 2026, 15:00-17:30 Uhr (digital)
Under Pressure. Rechtsextreme Akteure und Diskurse als Herausforderung für die Zivilgesellschaft
Auftaktveranstaltung mit Prof. Dr. Julika Bürgin (Hochschule Darmstadt), Jonathan Schweizer (Bundesvorstand SJD – Die Falken), Bijan Razavi (Politischer Bildner, Bildungsstätte Anne Frank), David Begrich (Soziologe, Miteinander e.V.) und Charlotte Dick (Vorstand Hessischer Jugendring).
Zur Veranstaltungsankündigung und -anmeldung.
9. Dezember 2026, 15:00-17:00 Uhr (digital)
Angriffsziel Jugend(verbands)arbeit. Politische und ideologische Hintergründe rechtsextremer Angriffe auf Prinzipien und Handlungsfelder der Jugend(verbands)arbeit
Mit Prof. Dr. Benno Hafeneger (Universität Marburg)
19. Januar 2027, 15:00-17:30 Uhr (digital)
Vom Hass auf Vielfalt, Bedürftigkeit und alles „Unproduktive“. Homogenitäts- und Leistungsvorstellungen als ideologische Anknüpfungspunkte für junge Menschen.
Mit Lucius Teidelbaum (Journalist) und Dr.*in Rebekka Blum (Wissenschaftler*in und Autor*in)
8. Februar 2027, 15:00-17:00 Uhr (digital)
Rechtsextreme Einflussnahme und Angriffe auf die Jugendverbandsarbeit. Ein Überblick über Herausforderungen, Bedrohungslagen und Gegenstrategien
Mit Lars Reisner (Referatsleitung Grundlagenarbeit und jugendpolitische Themen, DBJR)
24. Februar 2027, 15:00-17:30 Uhr (digital)
Wie politisch darf und muss Jugendarbeit sein? Ein einführender Workshop zum sog. „Neutralitätsgebot“
Mit Julia Müller (Referentin für politische Bildung, Hessischer Jugendring) und Dr. Marco Fatfat (Referent für politische Bildung, Hessischer Jugendring)
18. März 2027, 15:00-17:30 Uhr (digital)
Rechtsextreme Einstellungen und Verhaltensweisen bei jungen Menschen. Ein Workshop für die pädagogische Praxis
Mit eine_r Referent_in von Distanz e.V.
21. April 2027, 15:00-17:30 Uhr, Dondorf-Druckerei Frankfurt
Wie wir wieder in die Offensive kommen. Abschluss- und Vernetzungsveranstaltung zur Reihe
Mit Arne Semsrott (Journalist und Autor)